Geschichte
Bereits vor 1848 bestand eine Dorfwasserversorgung. Vermutlich führte eine Zuleitung aus den Schwemmiquellen zu den ersten Dorfbrunnen. Im 1851 wurden von der Gemeindeversammlung zwei neue Brunnen genehmigt, nämlich jener vor dem Oberen Sprecherhaus und jener im Unterdorf. Im 1857 wurden zwei weitere Brunnen bewilligt, jene auf dem Platz und im Oberdorf.
Aus den alten Aufzeichnungen geht hervor, dass die Wasserleitungen in Holzteucheln (= Holzrohre aus Fichtenstämme) bestanden. Ab Mitte der 1860er Jahren wurden Tonrohre bevorzugt und von 1871 an die faulen Holzteuchel mit diesen ersetzt. Nach und nach wurden die Wasserleitungen mit hartem Material, d.h. mit Steingutröhren ersetzt.
Die Schwemmiquellen gaben immer wieder Anlass zu Klagen betreffend Wasserlieferung und Qualität. Dies führte dazu, dass die Quellen im Gebiet Fadella und Schwemmi neu gefasst und im Hüttliwald sowie Ustriebbödeli weiter nachgegraben wurde. Bereits 1895 wurde die Fassung der Wasservorkommen im Brunnenbleis ins Auge gefasst. Ob diese damals realisiert wurde, konnte nicht nachvollzogen werden. Hingegen ist bekannt, dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Wasserversorgung in einem ziemlich desolaten Zustand war. Nach einer umfangreichen Planung für die Wasserversorgung mit Hydrantennetz, Reservoir und Fassung der Brunnenbleisquelle wurde 1905 mit den Bauarbeiten im Brunnenbleis gestartet. Unmittelbar danach wurde die Dorfwasserversorgung erneuert und das Reservoir im Bovel realisiert. In den Folgejahren mussten immer wieder Sanierungsarbeiten in den Quellgebieten wie auch die Instandstellung von zerstörten Leitungen nach Hochwasser ausgeführt werden.
Ende der 30er Jahren gab es vermehrt Trinkwassermangel, welche durch eine neue Fassung im Gebiet Fadella/Hüttli behoben werden konnte. Um 1950 wurde die kleine aber stabile Schnellerquelle gefasst.
Eine weitere Möglichkeit bot sich, in einer Verbundleitung mit der Stadt Maienfeld bei Trinkwassermangel die Versorgung der Jeninser Bevölkerung sicher zu stellen.
Im 1982 stand eine Neufassung auf dem Ustriebbödeli an und die etwas verwirrenden Fassunssysteme konnten auf eine eigentliche Fassung konzentriert.
Jenins ist gewachsen und verschiedene Bauvolumen riefen nach mehr Wasserzufluss. Anfang der 90er Jahre befand man über weitere Ausbaupläne der Wasserversorgung. Unterhalb der bisherigen Brunnenbleisfassung wurde eine komplett neue Anlage erstellt.
Ein weiterer Meilenstein war der Umbau des Reservoirs Bovel 2004-2006 und die etappenweise Sanierung der Fassungen samt Leitungen ab Brunnenbleis bis zum Reservoir in den Jahren 2010 bis 2019.